Avale als Alternative zu Kautionen: Mietkautionsversicherung

mietavalSeit 2008 gibt es, als Alternative zur Barzahlung der Mietkaution, die Möglichkeit, eine Mietkautionsversicherung, auch Mietaval genannt, abzuschließen. Dies gilt sowohl für private Mietverträge, als auch für gewerbliche Mietverträge, also für Geschäftsräume, Werkstatt, Laden oder Büro von Unternehmern.

Was ist eine Mietkautionsversicherung?

Eine Mietkautionsversicherung bietet Mietern eine Bürgschaft für die Kaution an. Das heißt, sie springt ein, falls der Vermieter durch Sie verursachte Schäden feststellt. Hierfür entrichten Sie eine jährliche Prämie an das Versicherungsunternehmen. Außerdem erhalten Sie Beratung durch Rechtsexperten, falls Ihr Vermieter die Kaution einbehält, und natürlich die Bürgschaft der Versicherung. Auf den ersten Blick sieht das nach einer guten Idee aus. Es gibt jedoch einige Nachteile, die ein Abschluss dieser Versicherung mit sich bringt. Erfahren Sie, was im Einzelnen auf Sie zukommt.

Welche Vorteile hat eine Kautionsversicherung?

Sie müssen den Kautionsbetrag nicht auf einmal aufbringen – etwas, das vielen Mietern ein großes Loch in die Haushaltskasse reißt. Sie zahlen die Kaution auch nicht in Raten ab. Vielmehr entrichten Sie eine jährliche Prämie, die Sie bei vielen Versicherungen monatlich zahlen können. Die jährliche Prämie beträgt bei den meisten Versicherungen etwa fünf Prozent der Mietkaution.

Manche Vermieter halten am Ende des Mietverhältnisses einfach die Kaution zurück, obwohl keine Schäden an dem Mietobjekt entstanden sind. Als Mieter sind Sie normalerweise auf sich gestellt, wenn Sie Ihre Kaution zurückfordern. Wenn Sie eine Mietkautionsversicherung abschließen, prüfen deren Mietrechtsexperten, ob der Vermieter die Kaution rechtmäßig zurückhält. Dieser Expertenschutz ist eine Leistung, die Sie mit Ihrer jährlichen Prämie abdecken.

Zwar kommt die Versicherung für eventuelle Schäden, die Sie an dem Mietobjekt verursachen, auf. Sie müssen diese Kosten dann allerdings an die Versicherung zurückerstatten – zusätzlich zu Ihrer jährlichen Prämie.

Welche Nachteile gibt es?

Was auf den ersten Blick günstig aussieht, ist alles andere als das. Eine Mietkautionsversicherung ist für Sie teurer, als Sie zunächst vermuten würden, je nachdem, wie hoch die Kautionssumme ist und wie lange Sie die Versicherung benötigen.

Anders als bei der normalen Kaution erhalten Sie die Raten aus der Zahlung Ihrer Mietkautionsversicherung nach Ablauf Ihres Mietverhältnisses nicht zurück. Die Prämie ist dann ganz einfach weg. Deswegen sind zwar die Ratenzahlungen finanziell einfacher zu bewerkstelligen, als den ganzen Betrag auf einmal zu zahlen. Trotzdem ist eine Mietkautionsversicherung im Endeffekt nicht günstiger, sondern teurer für Sie – schließlich erhalten Sie Ihr Geld nicht zurück.

Ein weiterer Nachteil ist, dass viele Vermieter diesem Modell skeptisch gegenüberstehen. Ihr Vermieter muss der Inanspruchnahme einer Mietkautionsversicherung nämlich zustimmen.

Gut zu wissen

Wie alle Versicherungen und Banken prüfen auch die Mietkautionsversicherungen Ihre Bonität.

Prüfen Sie genau, ob eine Mietkautionsversicherung für Sie infrage kommt. Als dauerhafte Lösung sollten Sie davon absehen, da langfristig sehr hohe Kosten entstehen. Prüfen Sie genau, ob das für Sie sinnvoll ist. Die Versicherung bietet sich in manchen Fällen als Übergangslösung an, zum Beispiel, wenn ihr ehemaliger Vermieter Ihre alte Kaution noch nicht zurückgezahlt hat. Wenn er Ihnen das Geld dann zurückzahlt, können Sie einfach die Kautionsversicherung kündigen. So entstehen Ihnen keine unnötigen Kosten.

Quellen / Weiterlesen

Was ist eine Mietkautionsversicherung? | kautionsfrei.de
Mietkautionsversicherung | wikipedia
Was bringt eine Mietkautionsversicherung? | Focus Online
Mietkautionsversicherung: Die Alternative zur Barkaution | KautionsFuchs
Mietkautionsversicherung | mietkautionsbuergschaft.de
Bildquelle: Pixbay

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