Welche Versicherungen benötigt ein Unternehmer?

versicherungen-unternehmerSie gründen ein Unternehmen und möchten sich gegen mögliche Risiken absichern? Es gibt eine Vielzahl an Versicherungen, aber nicht alle davon sind für jeden sinnvoll. Welche Versicherungen für Sie infrage kommen, hängt von drei Dingen ab: der Art Ihres Unternehmens, Ihrem persönlichen Sicherheitsbedürfnis und Ihrem Einkommen. Es gibt gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen für Unternehmen und solche, die Sie freiwillig zusätzlich abschließen können. Welche das im Einzelnen sind und für wen welche Versicherung interessant sein kann, erfahren Sie hier.

Welche Versicherungen gibt es?

Die Berufshaftpflichtversicherung

Diese Versicherung deckt Personen- und Sachschäden sowie Vermögensschäden ab. Je nachdem, welcher Berufsgruppe Sie angehören, kann die Deckungssumme unterschiedlich hoch ausfallen. Die Berufshaftpflichtversicherung beinhaltet eine Absicherung gegen Fehlberatungen oder Fehlberechnungen, zum Beispiel:

  • Verlust von Dokumenten,
  • Fehler in der Prozessführung, Analyse und Buchhaltung,
  • Fristversäumnisse und
  • unsorgfältige Auftragserledigung.

Die Berufshaftpflichtversicherug kommt jedoch nicht für alle Schäden und Risiken auf. Sie deckt nicht ab:

  • Eigenschäden, Ansprüche des Versicherungsnehmers,
  • vorsätzlich herbeigeführte Schäden,
  • Schäden, die erwartungsgemäß eingetreten sind und
  • Schäden, die durch Handlungen einer der Geschäftsführung oder Verwaltung angehörenden Person herbeigeführt wurden.

In vielen, aber nicht allen Fällen müssen Sie als Unternehmer eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Manche Berufsgruppen sind verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen: Apotheker, Ärzte, Zahnärzte, Heilpraktiker, Architekten, Ingenieure, Rechtsanwälte, Steuerberater, Vermögensberater, Wirtschaftsprüfer und Notare.

Obligatorische Versicherungen

Der Gesetzgeber schreibt auch anderen Berufsgruppen vor, welche Versicherungen sie abschließen müssen. Seit dem 01.08.2018 sind Immobilienverwalter zum Abschluss einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung verpflichtet. Als selbstständiger Reiseveranstalter müssen Sie eine Insolvenzversicherung vorweisen, um Ihrer Tätigkeit nachzugehen. Und als Inhaber einer Securityfirma benötigen Sie eine Betriebshaftpflichtversicherung. Der Abschluss einer Krankenversicherung ist in Deutschland für jeden Menschen gesetzlich vorgeschrieben.

Betriebshaftpflichtversicherung

Diese Versicherung kommt für Schäden auf, die durch Sie oder ihre Mitarbeiter verursacht werden, zum Beispiel Beschädigung von Eigentum oder die Verletzung einer Person. Alle bei Ihnen arbeitenden Menschen sind über Betriebshaftpflichtversicherung versichert, ebenso wie Kunden, die sich in Ihren Geschäftsräumen oder auf Ihrem Gelände aufhalten. Normalerweise haftet der Betrieb für verursachte Schäden. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ohne Betriebshaftpflichtversicherung kann ein Schadensfall in einem finanziellen Desaster enden. Ein Schadensfall kann schnell Millionenhöhe erreichen und für Ihr Unternehmen das Ende bedeuten. Deswegen ist diese Versicherung für Sie sehr wichtig.

Als Deckungssumme sollten Sie den höchstmöglichen Betrag wählen, der entstehen könnte. Ihr Haftungsrisiko bei Gegenständen richtet sich danach, wie viel die Gegenstände kosten, mit denen Sie arbeiten. Je teurer Ihre Arbeitsgeräte sind, desto höher sollten Sie Ihre Deckungssumme vereinbaren.

Vermögenshaftpflichtversicherung

Arbeiten Sie als Selbstständiger mit dem Vermögen anderer Menschen? Dann sollten Sie eine Vermögenshaftpflichtversicherung abschließen. Diese Versicherung deckt Schäden ab, die nicht von der regulären Berufshaftpflichtversicherung übernommen werden. Eine Vermögenshaftpflichtversicherung ist wichtig für beratende, prüfende und vollstreckende Berufsgruppen.

Inhaltsversicherung

Eine Inhaltsversicherung kommt für Schäden auf, die an gelagerten Waren entstehen. Auch Schäden an Ihrem Inventar sind durch diese Versicherung abgedeckt. Mögliche Schadensursachen können sein: Witterungsbedingungen, zum Beispiel Schnee, Hagel und daraus resultierendes Hochwasser, so wie Feuer, Einbruch oder Diebstahl.

Rechtsschutzversicherung

Ein Rechtsstreit ist immer unangenehm, besonders jedoch, wenn Sie für anstehende Anwaltskosten selbst aufkommen müssen. Die Rechtsschutzversicherung kommt für Anwalts- und Prozesskosten im Fall von geschäftlichen Streitigkeiten auf und eignet sich zum Beispiel für Unternehmen, die in der Gastronomie tätig sind. Auch in den meisten anderen Bereichen ist diese Versicherung sinnvoll, denn ein Rechtsstreit kann schnell passieren.

Transportversicherung

Falls Sie in der Logistikbranche tätig sind, sollten Sie eine Transportversicherung abschließen. Diese haftet für Schäden an der transportierten Ware, die Ihr Unternehmen in eigenen oder fremden Fahrzeugen transportiert. Besonders Auffahrunfälle passieren häufig und verursachen Schäden in enormer Höhe.

Neben dem unternehmensbezogenen Risiko spielt auch Ihr persönliches Risiko eine Rolle bei der Wahl der richtigen Versicherungen. Diese können Sie gegen Berufsunfähigkeit, Unfälle, Krankheiten, Vermögensrisiken und Altersarmut absichern. In jedem Fall ist es sinnvoll, wenn Sie sich beraten lassen. So erhalten Sie Ihren Bedürfnissen entsprechend individuelle Angebote. Damit Sie keine sinnlosen Versicherungen abschließen, empfehlen wir: Versichern Sie sich so viel wie nötig und so wenig wie möglich.

Quellen / Weiterlesen

Pflichtversicherungen für Selbstständige: Diese Regelungen gelten für bestimmte Berufe | FinanzChef24
Welche Versicherungen Sie als Unternehmer brauchen | firma.de
Berufshaftpflichtversicherung | esurance
Versicherungen für das Unternehmen | CCM
Bildquelle: Pixbay

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